Präzises Handwerk vor Ort

Standfest im lokalen Optikerhandwerk: Die Inhaber Inga Ehler (Ehler Optik und Akustik), Jens Drews (Drews Optik), Julian Thomsen (Asmussen Optik), Sarah Marie Gloyer (Optik Gloyer), Jens Bergmann (Brillen Raub Akustik), Birte Meyer (Die Brille), Olaf Gerhardt (ColiBri Optic + Akustik) und Thomas Matthiesen (MediTon) v.li. Brillat

Was für Augenoptiker gilt, kann auch auf eine Krise zutreffen. Während die Optiker Gesundheit und Sehschärfe des Auges optimieren, führt eine Krisensituation bei vielen Menschen zu Neubetrachtung und Rückbesinnung. Was sehen wir als wichtig an, worauf kommt es wirklich an?

Was so philosophisch klingt, ist im Grunde ganz konkret. Gemeint ist hier natürlich die allgegenwärtige Corona-Krise. Und acht Augenoptiker aus Flensburg und Umgebung - allesamt Eigner inhabergeführte Geschäfte, fest verbunden mit ihrem Standort und der Region. Einige als Jungunternehmer, andere schon viele Jahrzehnte lang, als Familienbetrieb seit mehreren Generationen.

Präzises Handwerk vor Ort

„Wir stellen aktuell fest, dass die allgemeine Wertschätzung für lokale Unternehmen zunimmt“, sagt Jens Bergmann, Inhaber des Optik- und Akustikfachgeschäftes Brillen Raub Akustik. Ein neues oder wiederentdecktes Bewusstsein für regionale Qualität, die man eher in kleineren, ortansässigen Einzelunternehmen findet. Hier sind Chef oder Chefin keine Angestellten, sondern mit den Geschicken des Unternehmens eng verbunden. Sie sind nicht nur Geschäftsführer, sondern auch Eigentümer. Sie packen aktiv mit an. All das schafft eine besondere Verantwortlichkeit und Verbundenheit. Nicht zuletzt auch in Bezug auf Mitarbeiter und Kunden. Ihr Geschäft ist eben keine Filiale unter Vielen, die von einem fernen Firmenstandort gelenkt werden.

Ob gründlicher Sehtest oder die Auswahl einer neuen Brille - für die Optiker und ihre Mitarbeiter ist es wichtig, sich für die Belange der Kunden ausreichend Zeit zu nehmen. „Unser Service und unsere Leistungen werden nicht von einem vorgegebenen Zeitschema eingeengt oder mit der Stoppuhr abgearbeitet.“

Inhabergeführte Optiker haben zudem die eigene Werkstatt in ihren Räumlichkeiten, wo sie und ihre Mitarbeiter unter anderem Brillengläser schleifen, Gestelle anpassen und Reparaturen durchführen. Auch Sonderanfertigungen werden dort erledigt. Verlässliches und solides Optikerhandwerk vor Ort. Dass dies heutzutage nicht mehr selbstverständlich ist, zeigt die Reaktionen mancher Kunden, wenn sie zur Abholung kommen: „Ist meine Brille denn schon da?“, fragen sie. „Die war gar nicht weg“, sagt Jens Bergmann dann. Wenn nichts weggeschickt werden muss, geht es eben schnell mit der neuen Brille und die kaputte Sehhilfe kann nach einer Stunde wieder heil sein.

Der Beruf des Augenoptikers ist vielschichtig und komplex. Er ist nicht nur Techniker, Physiker und Handwerker, sondern auch Dienstleister, Kaufmann, Stilberater und Psychologe in einer Person, wie der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) zusammenfasst. Stetige Qualifikation und Weiterbildung spielen daher bei den acht Optikern eine große Rolle. Sie nehmen an zeitintensiven, fachspezifischen Fortbildungen teil; ihre Mitarbeiter sind als Augenoptikermeister oder Gesellen ebenfalls vom Fach.

Auch lokale Unternehmen müssen und können mit der technologischen Entwicklung Schritt halten: „Unser Ziel ist, auf hohem, sogar höchsten technischen Niveau zu arbeiten und bestmögliche Lösungen für das Sehen zu bieten“, sagen die acht Inhaber.

Mit Augenmaß in die Zukunft

In Zeiten, die umfassende Veränderungen und Unsicherheiten mit sich bringen, erkennen viele von uns den Wert von Beständigkeit und Zuverlässigkeit. Statt häufiger Fluktuation, wie oftmals bei Filialisten üblich, wollen die inhabergeführten Fachgeschäfte ihren Standort und ihre Nähe zum Kunden bewahren. Auch oder gerade unter schwierigen Bedingungen: „Die einen kommen und gehen, wir bleiben“. Wer sich umsieht, erkennt: Ihre Läden prägen das Stadtbild und die Einkaufstraßen. Die Geschäfte Brillen Raub Akustik von Jens Bergmann, Optik Gloyer von Sarah Marie Gloyer, Drews Optik von Jens Drews und Asmussen Optik von Julian Thomsen sind als bekannte Namen und feste Größen in Flensburg etabliert. Inga Ehler führt das langjährige Familiengeschäft Ehler Optik und Akustik im Stadtteil Mürwik weiter. Birte Meyer ist mit Die Brille in der Nordstadt ansässig, Thomas Matthiesen mit MediTon in Engelsby. ColiBri Optic + Akustik von Olaf Gerhardt ist in den Nachbargemeinden Glücksburg und Harrislee vertreten.

Der Blick der acht Unternehmer richtet sich klar auf die Zukunft: „Wir wollen nach wie vor für unsere Kunden da sein und hoffen auf eine baldige, schrittweise Rückkehr zum normalen Betrieb - natürlich unter Einhaltung der gesetzlichen Auflagen und Hygienevorschriften.“

Anett Brillat / Flensburger Tageblatt

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